25 Jahre · Modern Art

1982 war die Zahl der Herbstneuheiten, die auf den Spieltagen in der Essener Messe präsentiert wurden, noch überschaubar. So konnten wir über die Feiertage ganz in Ruhe auch andere Titel rauf und runter spielen. Das amtierende Spiel des Jahres, Um Reifenbreite, beispielsweise, oder das geniale Kreml. Die einzige Essen-Neuheit, an die ich mich heute noch erinnere, ist das bei Hans im Glück erschienene Modern Art. Reiner Knizia hatte damals ein Versteigerungsspiel kreiert, das auch heute noch als Vorbild gilt. Obwohl Versteigerungsspiele zurzeit nicht so häufig unter den Neuerscheinungen zu finden sind, sie gelten irgendwie als unmodern.

Modern Art war damals jedenfalls absolut up to date. Man ersteigerte durch wildes Durcheinanderrufen, durch ordentliches im Kreis Bieten, mit dem Gebot in der Faust und so weiter. Es konnte durch 70 eigens für das Spiel per Computergrafik erstellte Kunstwerke gefallen, habe ich damals in meiner noch in den Kinderschuhen steckenden games we play-Kolumne geschrieben. Zwischen 46 und 60 DM kostete das mit dem Deutschen Spiele Preis 1983 ausgezeichnete Spiel. 2009 wurde Modern Art bei Pegasus neu aufgelegt, und jetzt gibt es eine Neuausgabe bei Oink Games. Es ist also nicht in Vergessenheit geraten.