Kategorie: brettSPIEL · blog.gamesweplay.de

Keine Flucht nach Sagaland: der Tagesspiegel spielt nicht mit

Tagesspiegel-Redakteurin Katja Demirci möchte nichts spielen. 56 Prozent der jungen Erwachsenen in Deutschland spielen Gesellschafts- und Kartenspiele und sechs bis zehn Spiele gebe es in jedem Haushalt, wundert sie sich. „Leute, was ist los mit euch?“, ruft sie. Was ist los mit dem Tagesspiegel?, frage ich mich an der Stelle. Dass Dermirci nicht mitspielen möchte, sei dahingestellt. An meinem Tisch darf eh nur mitmachen, wer Spaß daran hat. Wenn jemand mitspielen würde, weil er oder sie anderen einen Gefallen tun möchte, ist das Murks. Aber was sagt uns es, dass es dieses Thema in die Samstagsausgabe dieser renommierten Berliner Tageszeitung schafft? mehr »

Seltene Ausnahme: ein Spiel einer Autorin

Krass kariert

Krass kariert ist ein Spiel von Katja Stremmel, also einer Spieleautorin! Das ist eine Meldung wert. Zumal es sich bei Krass kariert um ein richtig gutes Kartenspiel handelt. Wenn man die Kinderspiele mal beiseite lässt (da gibt es eine ganze Reihe von Autorinnen): Spiele werden nahezu ausschließlich von Männern entwickelt. Warum ist das eigentlich so? mehr »

Krasse Kacke: Sommerhit oder ästhetische Zumutung?

Krasse Kacke ist der erste wirkliche Sommerhit in der Geschichte des modernen Gesellschaftsspiels. Während man die diesjährigen Hitzewochen gemeinhin mit dem Hugel-Remix des Partisanenlieds Bella Ciao in Verbindung bringt, werden Spiele-Liebhaber sich beim Sommer 2018 an Krasse Kacke erinnern. Dieses soeben erschienene Kartenspiel kommt überall auf den Tisch, es ist schnell, lustig und windbeständig. Denn die Spielkarten sind aus dicker Pappe, denen macht eine der wenigen erfrischenden Böen selten etwas aus. mehr »

25 Jahre · Acquire

Acquire

25 Jahre? Nein, 50 Jahre! Denn eigentlich feiert Acquire in diesem Jahr ein mehr als beeindruckendes Jubiläum: 1968 ist es erstmals auf Deutsch erschienen. Ich hatte das Spiel hingegen erst 1993 kennengelernt – und wir waren begeistert. Die bei Schmidt erschienene Acquire-Neuauflage wurde mit einem verdienten 5. Platz beim Deutschen Spiele Preis 1993 ausgezeichnet. mehr »

Interview: Spielen ist kein Kinderkram

AzulInterview und ein Partie Azul in der Duisburger Redaktion der Westdeutschen Allgemeinen (WAZ): „Täuscht der Eindruck oder haben Spiele in den vergangenen Jahren eine Renaissance erlebt?“ Tatsächlich sind Brettspiele längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Bei uns gilt Spielen nicht als Kinderkram, sondern als intelligente Unterhaltung gerade auch für Erwachsene und Familien. » WAZ

Der Deutsche Spiele Preis hört ein Klong

Ich mag Listen, Top Tens und Preisverleihungen. Nicht alle sind wirklich bedeutend, aber es macht Freude, sie zu lesen. Entspricht die Auszeichnung meiner Meinung, verwundert mich das Ergebnis oder gibt es mir interessante Anregungen?

1995 durfte ich erstmals über den Deutschen Spiele Preis (DSP) mit abstimmen. Damals war ich mächtig stolz. Denn gemeint war nicht die Leserabstimmung des Fachmagazins Pöppel Revue, sondern die exklusiv unter Spielejournalisten durchgeführte Umfrage. Die Publikumsmeinung trug nur 40 Prozent zum Gesamtergebnis bei. Je 20 Prozent bestimmten Journalisten, Händler und Spielekreise. Erst ab 2001 ist aus dem DSP ein Preis geworden, der komplett vom Fachpublikum bestimmt wird. Jeder, der sich für fachkundig hält, darf seine Stimme abgeben. Und jede Stimme ist exakt gleich viel wert. Das klang damals sehr gerecht. mehr »

Azul und Quacksalber sind die Siegerspiele 2018

Warsch und Kiesling

Es sei ursprünglich ein Spiel mit Banditen gewesen, erzählte Wolfgang Warsch bei der Preisverleihung für das Spiel des Jahres 2018. Gemeint hat er damit sein Die Quacksalber von Quedlinburg, das Kennerspiel des Jahres.

Kaum ein Spiel hat bei Beginn der Entwicklung die Thematik gehabt, die letztendlich auf den Markt gekommen ist, erfuhr das Publikum in Berlin. Am erstaunlichsten war der Werdegang von Ganz schön clever. Dieses Würfelspiel habe tatsächlich mal ein Thema gehabt, so Wolfgang Warsch, und zwar einen Gemüsegarten. Doch davon ist offensichtlich nichts mehr übrig geblieben, nur die orange Farbe eines der Würfel erinnert noch an einen Kürbis. mehr »

Ein Erlebnis: The Rise of Queensdale (4)

Queensdale

Niemand wollte The Rise of Queensdale, das als Legacy-Spiel viele Stunden dauert, mit mir spielen. Familie, Freunde, Nachbarinnen und Nachbarn – alle, mit denen ich gemeinhin spielen, haben abgewunken. Spätestens nach der ersten Partie, die wir zur Probe absolviert haben, und bei der Queensdale einen doch recht gewöhnlichen Eindruck hinterlässt, kam die Absage. Dieses Spiel solange spielen, bis jemand die 70 erreicht hat? Darauf wollte sich niemand verbindlich festlegen und verpflichten lassen. So ein Legacy-Epos ist das Gegenteil von dem, was wir sonst von Gesellschaftsspielen gewohnt sind: Für jeden Geschmack, jeder Gruppengröße, jede Gelegenheit gibt es etwas Passendes. Mal wird das eine Spiele auf den Tisch gebracht, mal das andere. Da stört Queensdale nur. mehr »

Ein Erlebnis: The Rise of Queensdale (3)

The Rise of Queensdale

Ist The Rise of Queensdale ein empfehlenswertes Spiel? Ja. Aber ich muss einräumen: Dieses Urteil befindet sich am Rande dessen, was ich als seriöse Spielekritik bezeichnen würde. Zwar habe ich mehr als ein Dutzend Partien hinter mir. Aber ich habe vieles trotzdem nicht erlebt oder gesehen. Das gilt auf der einen Seite für viele kleiner Details. Manche Regelkniffe werden ins Spiel eingeführt – und scheiden wenig später wieder aus, ohne dass wir sie wirklich erleben durften. Bei einem anderen Spielverlauf wäre das nicht geschehen, da würde stattdessen anderes untergehen. mehr »