Ein Erlebnis: The Rise of Queensdale (4)

Queensdale

Niemand wollte The Rise of Queensdale, das als Legacy-Spiel viele Stunden dauert, mit mir spielen. Familie, Freunde, Nachbarinnen und Nachbarn – alle, mit denen ich gemeinhin spielen, haben abgewunken. Spätestens nach der ersten Partie, die wir zur Probe absolviert haben, und bei der Queensdale einen doch recht gewöhnlichen Eindruck hinterlässt, kam die Absage. Dieses Spiel solange spielen, bis jemand die 70 erreicht hat? Darauf wollte sich niemand verbindlich festlegen und verpflichten lassen. So ein Legacy-Epos ist das Gegenteil von dem, was wir sonst von Gesellschaftsspielen gewohnt sind: Für jeden Geschmack, jeder Gruppengröße, jede Gelegenheit gibt es etwas Passendes. Mal wird das eine Spiele auf den Tisch gebracht, mal das andere. Da stört Queensdale nur. mehr »

Ein Erlebnis: The Rise of Queensdale (3)

The Rise of Queensdale

Ist The Rise of Queensdale ein empfehlenswertes Spiel? Ja. Aber ich muss einräumen: Dieses Urteil befindet sich am Rande dessen, was ich als seriöse Spielekritik bezeichnen würde. Zwar habe ich mehr als ein Dutzend Partien hinter mir. Aber ich habe vieles trotzdem nicht erlebt oder gesehen. Das gilt auf der einen Seite für viele kleiner Details. Manche Regelkniffe werden ins Spiel eingeführt – und scheiden wenig später wieder aus, ohne dass wir sie wirklich erleben durften. Bei einem anderen Spielverlauf wäre das nicht geschehen, da würde stattdessen anderes untergehen. mehr »

Ein Erlebnis: The Rise of Queensdale (2)

Rise of Queensdale

ACHTUNG! SPOILER! Diese Warnung steht jetzt über mancher Besprechung von Queensdale. Oder die Überschrift lautet SPOILERFREI! Da klingt der Stolz durch, dass das Brettspielgenre etwas erschaffen kann, das eine spannende Geschichte erzählt, dessen Ende man noch nicht verraten soll.

Wobei mancher Rezensent die Gefahr, als Spielverderber angesehen zu werden, zu ernst nimmt. Denn wenn man nur noch von der Startaufstellung erzählen dürfte, müsste sich ein Filmkritiker auf die ersten fünf Minuten beschränken. Aber das tun noch nicht einmal die Trailer. Deswegen zeige ich auch Fotos von fortgeschrittenen Spielsituationen. Und wer sich durch die völlig unsortierten Aufkleberbögen durchkämpft, kann sowieso sehen, dass da noch Statuen, Wildschweine und alles Mögliche kommen könnte. Denn jede Regelergänzung wird in die Spielanleitung hineingeklebt, und gelegentlich kommt auch ein Sticker auf eines der drei Spielbretter. Gestört hat mich dabei manchmal der Aufwand, denn richtigen Aufkleber zu finden – gespoilert fühlte ich mich nie, wenn ich etwas zu früh gesehen hatte. Das mögen andere Spieler aber unterschiedlich sehen. mehr »

Ein Erlebnis: The Rise of Queensdale (1)

Queensdale

Legacy-Spiele liegen im Trend. Sie „vererben“ Veränderungen auf dem Spielplan, neue Elemente und Regelergänzungen von Partie zu Partie. Das 2011 erschienene Risk Legacy – deutscher Name: Risiko Evolution – war das erste derartige Spiel. Das herausragende Pandamic Legacy, hier gibt es bereits zwei Spielzeiten, baut ebenfalls auf einen bewährten Titel auf und richtet sich an die Fans von kooperativen Spielen. Mit The Rise of Queensdale ist jetzt ein weiteres Legacy-Spiel eines großen Verlages erschienen. Ravensburger hat den Riesenaufwand für ein solches Projekt gewagt, das 3,5 Kilo auf die Waage bringt. Das Duo Inka und Markus Brand hat mit Queensdale ein Epos geschaffen, das auf einem vergleichsweise konventionellen Workerplacement-Konzept aufbaut. mehr »

Arbeiter-Einsetz-Spiele im Trend

Ganges

Worker Placement: Das der Lieblingsmechanismus von Autoren komplexerer Spiele. Auch in diesem Jahrgang gab es wieder einige Arbeiter-Einsetz-Spiele, die ambitioniert gestartet sind. Rajas of the Ganges und Lorenzo der Prächtige sind dabei die Interessantesten. Beide Titel integrieren Würfel ins Spielgeschehen. Während das bei Ganges tatsächlich ein gewisses Zufallsfallmoment bedeutet, umgeht Lorenzo den Glücksfaktor, indem die geworfenen Würfel jeweils für alle Spielerinnen und Spieler gleichermaßen gelten. mehr »

Gelungenes oder aufgesetztes Thema?

Luxor

Wenn es nicht gerade ein abstraktes Spiel ist, ist die thematische Umsetzung etwas, was zu einem attraktiven Brettspiel gehört. Doch nicht immer funktioniert das. Luxor, Heaven & Ale sowie Ethnos, drei empfehlenswerte Neuerscheinungen, sind drei Beispiele. mehr »

Funkelschatz ist das Kinderspiel des Jahres 2018

Burkhardt und Burkhardt

Die 21-jährige Mathematikstudentin Lena Burkhardt hat gemeinsam mit ihrem Vater, dem etablierten Spieleautor Günter Burkhardt (57), die Kinderspiel des Jahres-Auszeichnung gewonnen. Die Funkelschatz-Spielidee habe sie mit gestapelten Vorhangringen entwickelt, erzählte Lena Burkhardt bei der Preisverleihung auf der Bühne im Hamburger Atlantic-Hotel. Daraus sind in dem fertigen Spiel, das bei Haba erschienen ist, „Eisringe“ aus Kunststoff geworden, in denen sich die „Funkelsteine“ befinden. Je nachdem wie ein Ring runtergenommen werde, fallen mal mehr und mal weniger Steine heraus, so Burkhardt. Diese farbigen Steine sammeln die Spielerinnen und Spieler. mehr »

25 Jahre · Bluff

Bluff

Bluff war war 1993 das Spiel des Jahres. „Jede Menge Dynamik“ entwickle dieses Spiel, hat games we play damals gelobt. Wirkliche Kritik ist in meiner Rezension nicht zu finden, obwohl man sie aufgrund der Ähnlichkeiten zu Kneipenwürfeleien wie Mäxchen durchaus hätte aufschreiben können. Oder ist in dem Satz „Bluff eignet sich auch gut für Spielerunden zu vorgerückten Tageszeiten“ ein versteckter Tadel enthalten? mehr »

The Mind – Spiel oder Taschenspielertrick?

The Mind

The Mind ist das vielleicht verblüffendste Spiel überhaupt. Wenn es denn überhaupt ein Spiel ist. Die Regeln sind extrem reduziert, man kann sich zuerst gar nicht vorstellen, dass so etwas funktioniert. Jeder bekommt eine der von 1 bis 100 durchnummerierten Spielkarten. Zufällig gezogen und verdeckt. Jeder sieht sich seine Karte an. Dann legen alle Spielerinnen und Spieler ihre rechte Hand auf den Tisch, konzentrieren und synchronisieren sich. Denn sie müssen, ohne miteinander zu sprechen, die Karten in der korrekten, aufsteigenden Reihenfolge auf den Tisch legen. mehr »

Eine Bodenseeselektion: 2018 ist ein guter Jahrgang

Nominierungen und Empfehlungen.

Weißer Rauch ist aufgestiegen. Azul, das meistgehypte Spiel in der Szene, das raffinierte Rennspiel Luxor und das verblüffende The Mind werden mit einer Nominierung für das Spiel des Jahres 2018 ausgezeichnet (alle ab 8 Jahre). Beim Kennerspiel haben Ganz schön Clever (ab 10), das den Widerspruch zwischen Taktik und Würfelglück auflöst, das anspruchsvoll strategische Heaven & Ale (ab 12) sowie das eingängige Quacksalber von Quedlinburg (ab 10), das einen von der ersten Minute an in seinen Bann zieht, die Nase vorn. mehr »