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Spiel doch! in Duisburg: Trends bei Brettspielen

Zu Gast in Duisburg: Das Spiele-Duo Inka und Markus Brand.

„Wie spielt man heute und morgen? Trends und Entwicklungen bei Brettspielen“ lautet das Thema einer von mir moderierten Diskussion, die am Freitag, 23. März, um 11 Uhr im Landschaftspark Duisburg-Nord stattfindet. Die Fragestellung ist spannend, denn nicht-elektronische Spiele kennen keine Entwicklungssprünge, sie entwickeln sich weitestgehend unabhängig von technischen Innovationen. Kann die Kreativität derer, die neue Spiele erfinden, und die weltweit zunehmende Nachfrage nach dem Gemeinschaftserlebnis, das ein analoges Spiel bietet, für einen stabilen Trend sorgen?

Darüber möchte ich auf der Spiel doch! in Duisburg diskutieren. Sechs Gäste werden bei dem Gespräch dabei sein:
– Die Deutschlandfunk-Journalistin und Spielekritikerin Nicola Balkenhol (spielbox),
– die Spieleautorin Inka Brand und der Autor Markus Brand (Exit, Der verzauberte Turm, Village),
– Moritz Brunnhofer vom Hans im Glück Verlag (Carcassonne, Majesty, Stone Age),
– Professor Jens Junge vom Institut für Ludologie,
– der Duisburger Spielehändler Boris Roskothen.

Die Spiel doch! ist eine neue Publikumsmesse, die vom 23. bis 25. März 2018 in der Kraftzentrale des Landschaftsparks Duisburg-Nord statt. Amigo, Asmodee, Blackfire, blue orange, dlp games, Feuerland, Game Factory, Hans im Glück, HG, Kosmos, Libellud, Ludonaute, Noris, NSV, Piatnik, Queen Games, Schwerkraft, Space Cowboys und Zoch gehören zu den Verlagen, deren Frühjahrsneuheiten dort präsentiert werden.

Die Essener Spieltage und das britische Bier

Wer die Internationalen Spieltage richtig erleben will, muss auch mal die ausgetretenen Pfade verlassen. Deswegen habe ich mich auf den Weg gemacht, um die Ränder dieser Mammutmesse zu erkunden. Bald komme ich an dem Stand „BrauArt: britische-biere.de“ vorbei, der mir besonders ins Auge fällt. „Hi“, grüße ich freundlich, „was kann ich hier spielen?“ Statt einer Antwort ernte ich einen verwirrten Blick. „Das ist hier doch die Spiel“, präzisiere ich den Anlass meiner Frage. „Wir haben Craft-Biere“, erklärt nun die Standbetreuerin. „Und Craft heißt verspielt?“, frage ich. „Nein“, sagt die Bierexpertin mit einem leicht empörten Unterton. Jetzt hilft der Kollege aus: „Die Etiketten. Die sind fancy“, weist er auf die teils durchaus verspielte Gestaltung der Bierflaschen hin. „Und der Alkohol hilft manchmal auch beim Spielen.“ Tatsächlich ist „BrauArt“ mit dem Umsatz zufrieden, denn bereits vormittags werden reichlich geöffnete Flaschen über den Tresen gereicht. Zu früher Stunde seien aber eher die Bier- und Cidersorten gefragt, die nicht ganz so viel Alkohol enthalten, erfahre ich. mehr »

Immer mehr Kleine, immer größere Große: die Aussteller auf den Internationalen Spieltagen in Essen

Asmodee am Eingang von Halle 3.

Das hintere Ende der Spiel ’17: irgendwo in Halle 8.

Irgendwann am Samstag erreichten die Essener Spieltage ihren Publikumshöhepunkt. Zwar ist auch der Donnerstag und Freitag extrem voll, weil die aus aller Welt anreisenden Spielefans von Anfang an dabei sein wollen und die NRW-Schulferien auch reichlich Schülerinnen und Schüler in die Messehallen locken. Am Samstag kumuliert dann alles. Wobei die Anreise zumindest für die ÖPNV-Nutzer vergleichsweise entspannt abgelaufen ist. Die Zahl der U-Bahnen zum Messegelände hat sich gefühlt vervielfacht.

In den Messehallen wurden viele Staus und reichlich zähfließender Verkehr vermeldet. Zwar kann die weitere Ausdehnung der Ausstellungsfläche immerhin für eine wenig Entzerrung sorgen, die Belastung der Verkehrsknotenpunkte steigt aber gleichzeitig an. Damit sind nicht nur die Laufwege gemeint, sondern auch die spielerischen Hotspots. Da, wo die vermutlichen Highlights zu finden sind, ist der Andrang kaum zu bewältigen. mehr »

Nur noch 10 Tage warten: dann eröffnet die Spiel ’17

„Die Leute rufen an und erzählen vom Bauernskat“, erreichte mich vor einem Jahr die empörte Whatsapp-Nachricht einer Freundin aus meiner Spielegruppe. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hatte sich entschieden, bei der abendlichen Call-in-Sendung über Spiele zu sprechen. Eine lobenswerte Idee, denn schon am Morgen hatte das Thema „Spiel“ das Hörfunkprogramm beherrscht. Gemeint war die „Spiel“ in der Essener Messe, und zwar in den Verkehrsnachrichten, wo die Staus in Richtung Essen-Rüttenscheid Rekordlängen wie noch nie erreichten. Damit war auch dem letzten Radioredakteur klar: Brettspiele sind kein Minderheitenphänomen.

Aber: Ein Mehrheitenphänomen sind die auf den Essener Spieltagen vorgestellten Titel eben auch nicht. Schlimmer als der Bauernskat-Anrufer war nämlich die Abmoderation besagter Sendung. „Und am besten sind immer noch die Klassiker.“ Inzwischen hatte ich das Radio auch angeschaltet, und kam gerade rechtzeitig, um kräftig in die Tischkante zu beißen. Der WDR-Journalist meinte nämlich Skat, Kniffel, Monopoly und wer weiß was. Jedenfalls nichts, was auch nur einen Autofahrer bewegen würde, sich an einem Oktoberdonnerstag in den Stau auf der A 52 zu stellen, um die Essener Messe anzusteuern. Synes Ernst, Mitglied des Spiel des Jahres e.V., und Robin de Cleur, Pressesprecher des Essener Verlagshauses Asmodee, hatten als Studiogäste vergeblich argumentiert. mehr »