Schlagwort: Spielevorstellung

Duett oder Duell? Codenames vs. The Game

Wie macht man aus einem Mehrpersonenspiel ein Zweipersonenspiel? An den beiden beliebten und außergewöhnlich guten Spielen Codenames und The Game kann das jetzt studiert werden. Sie schlagen gegensätzlich Wege ein. The Game ist im Original ein kooperatives Spiel – und daraus wird eine Face to Face Auseinandersetzung. Und aus dem Codenames-Wettbewerb wird ein friedliches Duett.

The Game – Face to Face
Karten ablegen in der richtigen Zahlen-Reihenfolge – kooperativ aber ohne die Nennung von Ziffern: das ist The Game. Das funktioniert sehr gut auch zu zweit. Deswegen war es gar nicht so dringend, eine Zwei-Personen-Variante zu entwickeln. Doch überraschenderweise ist Face to Face ein überzeugendes Spiel. Denn konfrontativ gespielt fühlt sich The Game deutlich anders an. Bis zum erfolgreichen Ende kommt man hier selten. Aber das ist auch gar nicht das Ziel. Wichtig ist, dass dem Gegner die Luft ausgeht, und er keine zwei Karten mehr korrekt auf seine beiden persönlichen Stapel legen kann. Originell: Zur Not darf man auch Karten auf die gegnerischen Stapel legen – aber nur dann, wenn man dem Mitspieler die Ausgangssituation verbessert.

Codenames Duett
Eigentlich ist das Original-Codenames, bei dem man die eigenen Agenten an ihren Decknamen erkennen muss, eine Mischung aus Duett und Duell. Zwei Spieler – Hinweisgeber und Ratender (gegebenenfalls auch mehrere) – kämpfen als Duett gegen das andere Team. Zu zweit funktioniert das nicht, und in diese Lücke springt die Zwei-Personen-Variante. Ihr gelingt es vortrefflich, das Codenames-Spielgefühl zu erhalten. Die Codekarten sind jetzt doppelseitig. Ich muss meinem Gegenüber neun Karten erklären, die mir grün angezeigt werden. Und mein Mitspieler gibt mir die Hinweise für neun Karten, die ich erraten muss. Einige der Agenten sind uns beiden zugeordnet, die meisten können aber nur von einer der beiden Seiten erraten werden. Man spielt gegen die Zeit: nach neun Runden muss man es geschafft haben.

Codenames Duett. von Vlaada Chvátil und Scot Eaton. CGE
The Game: Face to Face. von Steffen Benndorf und Reinhard Staupe. NSV

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Knifflige Entscheidung bei Fitzek: Sanduhr oder Handy?

Sanduhr oder Smartphone? Vor dieser Entscheidung stehen die Spielerinnen und Spieler, wenn sie Sebastian Fitzek – Safehouse spielen möchten. Ich selbst sehe das pragmatisch. Andere hingegen diskutieren diese Frage grundsätzlich, schließlich sprechen wir oft nicht mehr vom Brett- oder Gesellschaftsspiel, sondern sagen „analoges Spiel“. Also geht es darum, sich von der digitalen Welt abzugrenzen. Eine Sanduhr, dieses Jahrhunderte alte Zeitmessgerät, wäre da ein klares Statement.

Mir haben Sanduhren im Spiel eigentlich noch nie gut gefallen. Richtig funktionieren sie nur dann, wenn ein Spieler die Uhr bewacht und den Zeitablauf ansagt. Wenn aber alle gleichzeitig spielen, verpasst man fast immer das Ende, weil keiner ständig darauf achten kann.

Bei Safehouse ist das besonders fatal. Weil die Sanduhr in einer Partie, die maximal 30 Minuten dauert, nämlich bis zu 14 Mal umgedreht werden muss. Alle zwei Minuten rückt in diesem kooperativen Thriller der bedrohliche Verfolger einen Schritt weiter, und die Gefahr droht, dass er uns einholt. mehr »