In der ZDFneo-Serie High Stakes spielt Jan Cronauer, bekannt als „Cron“ an der Seite des Brettspiel-Youtubers „Hunter“, eine zentrale Rolle hinter den Kulissen: Er ist der Drehbuchautor von drei der sechs Folgen. Cronauer interessiert sich nicht nur für Brettspiele, sondern auch für Texas Hold’em, was der Serie seinen Stempel aufdrückt. „Jan Cronauer ist leidenschaftlicher Pokerspieler“, berichtet Hauptdarstellerin Via Jikeli (Ayla Güler) von ihrer Vorbereitung auf die Rolle. Er habe sie zum Spielen zu sich nach Hause eingeladen.
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Ist Poker überhaupt ein Spiel? Wenn Ayla es mit Süßigkeiten spielt, taugt es allenfalls zum Training.
Ayla ist eine gläubige Muslima in einer ansonsten säkularen Familie. Dass sie ein Kopftuch trägt, wird in der Serie beeindruckend beiläufig zur Kenntnis genommen. Sie hat ihren Astrophysik-Bachelor (Note 1,0) in der Tasche und erhält das Angebot für ein Praktikum bei der NASA. Doch wie soll sie den USA-Aufenthalt finanzieren? Über einen Freund kommt sie mit der Welt des Pokerns und ihren Verheißungen in Berührung. Aber Glücksspiel ist harām. Von diesem Zwiespalt, den sozialen Herausforderungen, denen sich Ayla stellen muss, und den abgründigen Facetten des Pokerspiels handelt die Dramaserie. Wer Spiele mag, ist von High Stakes fasziniert.
Meine Rezension von High Stakes findet sich in der spielbox Nr. 5 Oktober–November 2025. » spielbox




Reiner Knizia: Ja, wenn es so einfach wäre. Irgendwie stehen am Beginn der Entstehung neuer Spiele natürlich immer Geistesblitze, also Ideen, wenn man als Spieleautor mit offenen Augen durch die Welt geht, und wahrnimmt, was für die Menschen heute relevant und attraktiv ist. Erfahrung hilft von Anfang an, die Ideen zu lenken, auszusortieren und die aussichtsreichsten Ideen weiterzuentwickeln. Meine simple – aber dennoch tiefe – Erkenntnis ist, dass ein innovatives Spiel am einfachsten aus einem innovativen Einstiegspunkt zu erschaffen ist. Aber ich muss auch immer wieder eingestehen, dass mich der Fluch zu vieler Ideen verfolgt. Inzwischen habe ich im Studio über hundert Schubladen, und in jeder sitzt ein Spiel in den verschiedensten Entwicklungsstadien, das entwickelt werden möchte. Stolz bin ich nicht, wenn ich wieder eine neue Schublade fülle, falls noch eine frei ist, sondern wenn ich eine Schublade erfolgreich leeren kann und da das „perfekte“ Spiel herauskommt. Was ich damit sagen möchte, ist, dass weder Geistesblitze allein, noch Geduld und Erfahrung für sich genommen ein gutes Spiel bescheren. Wenn ich die Augen schließe, an einem neuen Spiel tüftle, die Spielzüge vor mir sehe, die Spielkomponenten und Spielfunktionen komponiere, und am Ende die Augen mit der Genugtuung wieder öffne, dass ich da vielleicht ein gutes Spiel gesehen habe, dann sagt das noch wenig. Wenn ich eine neue Spielidee so immer weiterentwickle, dann spielt sich das Spiel schließlich fantastisch – in meinem Kopf wohlgemerkt. Das alles ändert sich, wenn der erste spielbare Prototyp auf den Tisch kommt. 

