Schlagwort: spielbox

Entzweiende Kooperation: Wo bleibt die faire Teilhabe?

spielbox 5Pandemie, Paleo und Co. sind friedlich, weil sie kooperative Spiele sind? Irrtum. Das Gegenteil ist richtig.
Während im nicht-kooperativen Spiel die Autorinnen und Autoren das Interagieren der Spielenden in ein detailliertes Regelwerk gießen, müssen wir es bei den genannten Titeln selbst untereinander aushandeln. Denn die Spielanleitungen sorgen bei kooperativen Spielen meist nur für einen groben Rahmen, der dem so genannten Alpha-Spieler kaum Grenzen setzt. Das kann dem Frieden schnell ein Ende setzen – oder sorgt wenigstens für einen faden Beigeschmack. mehr »

Renaissance der Familie – pandemiebedingt

Calico Spielszene

Ravensburger-Foto: „Normalfamilie“ mit Calico.

Spieleevents aller Art sind wegen Corona ausgefallen. Doch im Unterschied zu manch anderem Kulturgut hat das dem Brettspiel im Grunde nicht geschadet. Das Medium Spiel braucht keine vollen Theatersäle, denn es besitzt ein Alleinstellungsmerkmal: Es funktioniert als Gemeinschaftserlebnis innerhalb des eigenen Haushalts. Heißt das, dass das Familienspiel im Zuge der Pandemie gewonnen hat?

spielboxDer Typ Spiel, der früher mit einem Pressefoto vermarktet wurde, auf dem die Musterfamilie – Papa, Mama und zwei Kinder – abgebildet war? Sicherlich nicht. Damals ging man davon aus, es sei ausgeschlossen, dass Jugendliche etwas so Uncooles tun, wie Brettspiele mit den Eltern zu spielen. Diese Zeiten haben sich geändert. In einem Kommentar, der in der neuen Ausgabe der spielbox erscheint, erläutere ich, warum das generationenübergreifende Familienspiel heutzutage eine weite Spanne vom einfachen Kinder- bis zum gehobenen Kennerspiel umfasst. » mehr

Zeitloses Catan – mein Lieblingsspiel

Teuber

Catan-Autor Klaus Teuber auf der Spiel-des-Jahres-Preisverleihung 2020 in Berlin.

Vor 25 Jahren wurden die Siedler von Catan als Spiel des Jahres ausgezeichnet, und deshalb wurde auf diesen „ersten Klassiker des modernen Brettspiels“ im Rahmen der diesjährigen Preisverleihung zurückgeblickt. Er habe in Catan seine Wünsche verwirklichen können, sagte Klaus Teuber in einem Videoeinspieler. „Es ist ein friedliches Spiel, alle sind beteiligt, es ist interaktiv.“

spielboxDie Siedler von Catan haben das Bild des „German style Games“ nicht nur bei uns, sondern weltweit nachhaltig geprägt. Ich biete ein Erz oder Holz und suche ein Schaf. Oder zwei Erz, wenn du mir das Schaf partout nicht rausrücken möchtest. Diese Dialoge, diese Verhandlungen um Lehm, Erz, Holz, Wolle, Getreide sind zum Allgemeingut und zum Teil der Popkultur geworden. In einem Editorial für die neue Ausgabe der spielbox begründe ich, warum ich Catan als mein Lieblingsspiel bezeichne. » mehr

Kleine Fluchten aus dem Solomodus

spielbox 7/19Auf immer mehr Brettspielen steht als Spielerzahl eine „1“. Was soll das? Ist das ein Zeichen für die immer weiter fortschreitende Vereinzelung in unserer Gesellschaft? Diese Fragen habe ich mir gestellt, als ich das Editorial der spielbox verfasst habe. Die Antwort lautet selbstverständlich: Nein. Trotzdem ist die Entwicklung, dass Mehr-Personen-Spiele einen Solomodus, also die analoge Version eines virtuellen Gegners, erhalten, bemerkenswert. Ich weiß und respektiere es, dass es Leute gibt, die das gut finden. Trotzdem ist und bleibt das hoffentlich eine Nische, weil ich ansonsten meinen Glauben an die verbindende Kraft des Brettspiels verliere. » mehr

Analog vs. Digital: eklatante Unterschiede

Sagenhafte 50 Millionen Euro bekommen die Computerspielentwickler aus dem Ende November beschlossenen Bundeshaushalt für das Jahr 2019. Und das ist noch nicht alles, was an öffentlichen Geldern in die digitalen Games fließt. Und wieviel erhält das Brettspiel? Keinen Cent. Der Unterschied der gesellschaftlichen und politischen Anerkennung ist eklatant. Trotzdem plädiere ich in dem Editorial, das ich für die kommende Ausgabe der spielbox geschrieben habe, für ein unverkrampftes Verhältnis zwischen dem analogen und dem digitalen Spiel. » mehr

Könnte eng werden auf dem Schachteldeckel

Brettspiele sind Autorenspiele. Deswegen gehört der Autor (Autorinnen gibt es leider nur sehr wenige) untrennbar zu seinem Spiel. Egal wie viel nach der redaktionellen Bearbeitung von seiner Ursprungsidee noch übrig ist.

Die Autorennamen müssen auf dem Schachteldeckel eines Spiels zu finden sein und sollten auch im Onlinehandel prominent genannt werden. Die Spiele-Autoren-Zunft (SAZ) macht darauf in einer Kampagne aufmerksam. Dabei hat sie die Illustratoren der Spiele mit ins Boot geholt, worüber ich in der neuen Ausgabe der spielbox schreibe, die in diesen Tagen erscheint.

» spielbox 1/2018: Editorial – Könnte eng werden auf dem Schachteldeckel

» SAZ: Nennung der Urheber im Onlinehandel