Zeitloses Catan – mein Lieblingsspiel

Teuber

Catan-Autor Klaus Teuber auf der Spiel-des-Jahres-Preisverleihung 2020 in Berlin.

Vor 25 Jahren wurden die Siedler von Catan als Spiel des Jahres ausgezeichnet, und deshalb wurde auf diesen „ersten Klassiker des modernen Brettspiels“ im Rahmen der diesjährigen Preisverleihung zurückgeblickt. Er habe in Catan seine Wünsche verwirklichen können, sagte Klaus Teuber in einem Videoeinspieler. „Es ist ein friedliches Spiel, alle sind beteiligt, es ist interaktiv.“

spielboxDie Siedler von Catan haben das Bild des „German style Games“ nicht nur bei uns, sondern weltweit nachhaltig geprägt. Ich biete ein Erz oder Holz und suche ein Schaf. Oder zwei Erz, wenn du mir das Schaf partout nicht rausrücken möchtest. Diese Dialoge, diese Verhandlungen um Lehm, Erz, Holz, Wolle, Getreide sind zum Allgemeingut und zum Teil der Popkultur geworden. In einem Editorial für die neue Ausgabe der spielbox begründe ich, warum ich Catan als mein Lieblingsspiel bezeichne. » spielbox

Spiel des Jahres 2020: Preisverleihung mit Abstand

Die Bühne der diesjährigen Preisverleihung zum Spiel des Jahres war genauso groß wie im Vorjahr, der Saal auch, aber statt 220 Personen waren keine 50 Leute im Publikum. Und die meisten der ausgezeichneten Autorinnen und Autoren ließen sich per Video ins NHow Conference Center in Berlin-Friedrichshain schalten. Welches Spiel auch gewinnt: Niemand durfte sich jubelnd in die Arme fallen.

Schrapers

Die Preisverleihung ist eröffnet.

Gemeinsam mit Manuel Fritsch: die Enthüllung des Kennerpreis-Siegers.

Redakteur Kilian Vosse, Verlagsleitungsmitglied Heiko Windfelder und Autor Thomas Sing freuen sich über die Crew.

Zugeschaltet: das Autorenpaar Christian und Daniela Stöhr. Auf der Bühne: Verlagschef Peter Döhrsam sowie Redakteurin und Geschäftsführerin Claudia Barmbold.

» dpa: Kreativ und einfach
» Spiegel online: Bekannter Brettspielpreis
» rbb Inforadio: Pictures ist Spiel des Jahres

Dass die Veranstaltung nicht komplett abgesagt wurde, war die richtige Entscheidung – und der Verein Spiel des Jahres bekam deshalb viel Lob. „Weil wir es dem Kulturgut Spiel schuldig sind“, habe ich in meiner Eröffnungsrede gesagt. Denn niemand kann vorhersagen, wie lange wir noch mit Beschränkungen und Abstandsregeln leben müssen – und deshalb müssen wir lernen, damit umzugehen. Und die Kultur muss lernen, sich in dieser Situation nicht klein zu machen, nicht zu verstecken.

Bevor es zu den diesjährigen Siegern ging, hat die Jury-Kollegin Julia Zerlik, die Klaus Teuber in Roßdorf besucht hat, einen Blick zurückgeworfen. Denn vor exakt 25 Jahren, damals fand die Preisverleihung in Frankfurt statt, wurden die Siedler von Catan als Spiel des Jahres ausgezeichnet. Dieses Spiel wurde der erste Klassiker des modernen Brettspiels.

Die erste Preisverleihung, die des Kennerspiels des Jahres, war keine große Überraschung. Autor Thomas Sing persönlich holte sich die Auszeichnung für das bei Kosmos erschienene Die Crew reist gemeinsam zum 9. Planeten ab – dieses Spiel galt allerorts als Favorit. Größer war die Spannung beim „roten Pöppel“, dem Spiel des Jahres, wo es keinen Favoriten gab. Hier gewann mit Pictures ein Kommunikationsspiel von Daniela Stöhr und Christian Stöhr, die zugeschaltet waren und aus der Ferne den Triumph erlebten. Auf der Bühne standen stattdessen Peter Dörsam, Chef des kleinen PD-Verlags, und Claudia Barmbold, Redakteurin und Geschäftsführerin. mehr »

Verdienstkreuz am Bande: ein Orden fürs Brettspiel

Das Bundesverdienstkreuz am Bande für einen Brettspieler: Friedel Hoffmann ist für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten, insbesondere auch für sein Engagement im Spielekreis „Hiespielchen“, von Frank-Walter Steinmeier geehrt worden. Stellvertretend für den Bundespräsidenten hat Ansgar Müller (SPD), Landrat des Kreises Wesel, an Hoffmann den Verdienstorden übergeben. mehr »

So arbeitet die Jury hinter den Kulissen

NRZ„In diesen Zeiten kommen bei vielen Familien wieder mehr Brettspiele auf den Tisch“, habe ich im Interview mit der in Essen erscheinenden Neuen Ruhr Zeitung (NRZ) gesagt. „Menschen möchten gemeinsam etwas erleben, gerade jetzt, wo wir viel zuhause sind. Und irgendwann ist Netflix auch mal leer geguckt.“ Mehr als 300 neue deutschsprachige Veröffentlichungen habe es im vergangenen Jahrgegeben. „Die Kurve geht aufwärts, der Markt boomt regelrecht, und es kommen immer mehr Spiele raus.“ mehr »

Spielejahrgang 2020: Beeindruckende Vielfalt

Spiele 2020

Die Spiel-des-Jahres-Jury hat ihre „Longlist“ und „Shortlist“ bekanntgeben, was in diesem Jahr auf besonders viel Aufmerksamkeit gestoßen ist. spiel-des-jahres.de verzeichnete doppelt so viel Zugriffe wie im letzten Jahr, was den Server prompt in die Knie zwang. Zeitgleich hat der Friedhelm Merz Verlag verkündet, dass es in diesem Jahr keine Spiel in der Essener Messe geben wird. Die Internationalen Spieltage haben eine so große Strahlkraft auf die weltweite Spieleszene, dass die Auswirkungen der Absage überhaupt nicht abzusehen sind. Die Entscheidung des Merz Verlags ist sehr betrüblich, obwohl sie nicht überraschend kam und es keine verantwortbare Alternative gibt. Gleichwohl gibt es in diesem Jahr gute Spiele, genauso wie ich prognostiziere, dass es diese auch im nächsten Jahrgang geben wird. Denn gespielt wird trotzdem. Mehr als je zuvor. mehr »

Flottes Quadratepuzzeln: Cosmic Factory vs. Nine Tiles Panic

Cosmic Factory und Nine Tiles Panic

Zwei Spiele, gleiche Grundidee: Die eigenen neun Carcassonneähnlichen Plättchen im Wettstreit mit den Gegnerinnen und Gegnern bei laufender Sanduhr zu einem Quadrat zusammenlegen! Warum sich beide Spiele um Sciencefiction-Motive drehen – mal ernst, mal humorvoll – ist schwer zu erklären. Bei so interessanten Spielen wie diesen wünsche ich mir eigentlich, dass sie auch thematisch ein breiteres Publikum ansprechen. Nine Tiles Panic und erst recht Cosmic Factory haben – spielerisch betrachtet – das Zeug dazu. mehr »

Corona-Pandemie: Brettspiele und Social Distancing

Pandemie

Feiert das Familienspiel eine Renaissance? Bereits in den neunziger Jahren schwappte das Brettspiel raus aus dem familiären Umfeld in die Studenten-WGs – und hat sich von da aus in Kneipen, Nachbarschaften und Spieletreffs ausgedehnt. Jetzt sind viele Studentenwohnheime verwaist, die Unis sind geschlossen und die Studierenden haben oft ihr altes Kinderzimmer wieder bezogen. Für das Spielen in der Familie ist das eine große Chance. Was soll man in dieser quarantäneartigen Zeit sinnvolleres tun, als gemeinsam zu spielen? Zahlen für Deutschland kenne ich nicht, aber aus den USA wird soeben eine Steigerung des Umsatzes mit Spielen und Puzzles um 228 Prozent seit Beginn der Coronakrise gemeldet. mehr »