Messe Essen

Wachstum: Die Spiel belegt alle acht Hallen der Messe Essen

Als ich Robin de Cleur auf das sagenhafte Wachstum der Spiel Essen anspreche, muss er erst einmal tief durchatmen. „Das hat uns auch geflasht“, so der Pressesprecher der Spiel. Im Vorjahr sei die Entscheidung, die Halle 7 dazuzunehmen, Mitte/Ende März gefallen. Die Entscheidung für die Halle 8 – damit sind sämtliche Essener Messehallen belegt – sei nun schon Ende Februar gefallen.

Welche Aussteller in Halle 8 zu finden sein werden, weiß er noch nicht. Zunächst werde mit den Verlagen gesprochen und gemeinsam mit ihnen deren Position erarbeitet. Sicher ist, dass die neue Messehalle Teil des sogenannten Familienbereichs sein wird, zu dem auch die Nachbarhallen gehören.

„Wir klären gerade, wie viele Menschen wir zusätzlich hineinlassen dürfen“, sagt de Cleur. 2025 war die Spiel mit 220.000 Besucherinnen und Besuchern komplett ausverkauft. Eine Zahl für 2026 kann er noch nicht nennen. „Das hat etwas mit der Größe der Freiflächen zu tun.“ Er weist darauf hin, dass zuerst die Ausstellungsstände final geplant werden müssen. „Wir werden mit Augenmaß vorgehen“, verspricht de Cleur.

Blick in Halle 6

Erneutes Umsortieren: Wo 2026 welcher Stand zu finden sein wird, wird derzeit mit den Verlagen besprochen.

Schon jetzt steht fest, dass die Anreise nach Essen wegen einer Streckensperrung der Bahn für Probleme sorgen wird. Während 2025 eine Sperrung bei Bochum durch Ausweichen über Gelsenkirchen gut abgefedert werden konnte, sorgt 2026 eine Autobahnbaustelle für eine Vollsperrung der wichtigsten Schienenstrecke. In Richtung Duisburg und Düsseldorf Flughafen entfallen sämtliche Züge und auch die Alternativverbindung Duisburg–Oberhausen ist gesperrt. Damit ist im Oktober das zentrale Ruhrgebiet vom Fernverkehr nach Süden komplett abgeschnitten.

Schrapers, Kaldenhoven

Wie geht es der Brettspielbranche und der Spielwarenmesse Nürnberg? Gespräch mit Axel Kaldenhoven, Schmidt-Geschäftsführer und Aufsichtsratschef der Messe.

Stetig wachsende Besucherzahlen und alljährlich ansteigende Ausstellerflächen in Essen ist durchaus bemerkenswert, wenn man auf die wirtschaftlich herausfordernden Lage. Die Situation der größeren Verlage schwankt zwischen befriedigend und gut, wie ich auf der Spielwarenmesse in Nürnberg erfahren habe – selbst wenn es, wie bei Ravensburger, vereinzelten Personalabbau gibt. Mehr Informationen dazu findet ihr in meinem Bericht für die aktuelle spielbox. Dort findet ihr auch die von Fabian Ziehe recherchierte Vermutung, dass allein 50 Prozent des Weihnachtsgeschäfts auf das Konto des bei Jumbo erschienenen Musikspiels Hitster gegangen seien.

Die Nürnberger Messe wird von den etablierten Verlagen dominiert. Neuere und kleinere Verlage sind dort nur vereinzelt zu finden. Sie leiden durchaus unter geringer Nachfrage, wenn sie nicht wie Denkriesen oder ATM Gaming ihr Sortiment und den Vertrieb gezielt auf den Partyspielmarkt ausrichten.

Stand auf der Messe

Ravensburger präsentiert in Nürnberg Much too much. Das Spiel könnte sinnbildlich für die Neuheitenflut stehen: Im aktuellen Jahrgang gibt es zum dritten Mal in Folge einen erheblichen Zuwachs an Neuerscheinungen auf dem deutschsprachigen Markt.

Die Spielwarenmesse in Nürnberg fand in diesem Jahr zum 75. Mal statt. Dieses Jubiläum wurde groß gefeiert, wobei die Brettspiele nur eine Nebenrolle spielten. Warum das so ist, habe ich in einem Kommentar für die spielbox beleuchtet. Denn längst hat Essen der Messe in Nürnberg den Rang abgelaufen, was die Bedeutung für die Branche angeht. Da die Spielwarenmesse aber inzwischen Eigentümerin der rasant wachsenden Spiel Essen ist, kann Nürnberg entspannt bleiben.

Mehr über die 75. Ausgabe der Spielwarenmesse sowie die wirtschaftliche Lage der Branche allgemein und von Ravensburger im Besonderen könnt ihr in der spielbox Nr. 1 Februar–März 2026 nachlesen. » spielbox

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