Spiele 2026

Jahrgang 2026: Viel Qualität, boomende Quantität

„25 Prozent organisches Wachstum, Gewinnmarge auf 17 Prozent ausgedehnt, Schuldenquote reduziert, jede Menge freier Cashflow“ – so detailliert hat die FAZ über die Geschäftsentwicklung eines großen Brettspielverlags wohl noch nie geschrieben. Es geht um Asmodee, das vor einem Jahr an die Börse gegangen ist und nun per Aktiengesetz dazu verpflichtet ist, alle bedeutenden Zahlen offenzulegen.


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» FAZ: Die einzige Brettspiel-Aktie boomt wie die Branche
» dpa: Das sind die Nominierten
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Ein wichtiger Grund für die überragende Jahresbilanz: „Die Branche boomt“, schreibt Daniel Mohr und verweist auf die flächenmäßig deutlich wachsende und trotzdem bereits ausgebuchte Spiel Essen. Aber boomt die Branche insgesamt wirklich? Das ist – mangels wirklich belastbarer Zahlen – schwierig zu beantworten. Wie ich nach der Spielwarenmesse Nürnberg für die spielbox geschrieben habe, waren die Äußerungen an den Ständen uneinheitlich. Zwar zeigte sich die Mehrheit eher optimistisch, andere klangen aber nicht so überschwänglich, und wieder andere hoffen auf bessere Zeiten. Sich ganz von der schwachen Konsumnachfrage abzukoppeln, ist eben nicht so einfach.

Wohl noch nie hat die FAZ in einer Woche gleich zweimal über Brettspiele geschrieben. Zuvor hatte Daniel Mohr im Wirtschaftsteil bereits über die Verkündung der diesjährigen Spiel des Jahres-Nominierten berichtet. Schon da war er sich sicher: Asmodee stelle mit Cozy Sticker Ville in diesem Jahr den Favoriten für das Spiel des Jahres.

Trend

Der Trend zeigt nach oben: 440 Titel mit der Alternangabe ab 8 oder älter, 92 Kinderspiele ab 6 oder jünger, 39 Spiele, die dazwischen liegen (ab 7).

Immerhin hat es Asmodee mit seinem nordamerikanischen Studio Unexpected Games überhaupt auf die Nominierungsliste geschafft – im Vorjahr war der global agierende Pariser Konzern in allen Kategorien leer ausgegangen: Beim Spiel des Jahres, Kennerspiel und Kinderspiel war weder ein Asmodee-Studio noch ein von Asmodee vertriebenes Spiel vertreten. Für 2026 gilt: Analysten seien von der Asmodee-Aktie überzeugt und sehen „mehr als 20 Prozent Kurspotenzial für die nächsten zwölf Monate“, notiert die FAZ.

Für die Jury, die das Spiel und das Kennerspiel des Jahres kürt, ist das ohne jeden Belang. Sie zeichnet Spiele aus, keine Verlage. Auf die Longlist haben es in diesem Jahr 3,6 Prozent der Spieleneuheiten geschafft: 16 Titel aus insgesamt 440 Neuheiten (plus 80 Neuauflagen/Varianten, ohne Kinderspiele). Da in den letzten drei Jahren die Zahl der Neuerscheinungen um mehr als 50 Prozent nach oben geschnellt ist, wird es für Spiele immer schwerer, sich durchzusetzen. Diejenigen, die es schaffen, werden auf Dauer die Menschen begeistern. Die anderen dürften Mühe haben, ihren Platz in den Regalen der Händler – egal ob online oder stationär – zu verteidigen. Das ist die Schattenseite eines Brettspielbooms, der eben auch von Quantität getrieben ist.

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