Autor: Harald Schrapers

Tag der Brettspielkritik: Journalistentreffen in Hamburg

Brettspielkritik

Im Juni 2019 findet in Hamburg auf Einladung des Spiel des Jahres e.V. der „Tag der Brettspielkritik“ statt. Es ist das erste Mal seit ewiger Zeit, dass sich Spielejournalistinnen und -journalisten sowie Bloggerinnen und Blogger, die sich einer verlags- und handelsunabhängigen Spielekritik verpflichtet fühlen, auf einer Tagung austauschen können. Das letzte Treffen dieser Art, es ist mehr als ein Vierteljahrhundert her, fand in Marburg statt, und auch damals war der Spiel des Jahres e.V. der Einlader.

Während Verlage, Redakteure und Autoren längst Foren besitzen, in denen sie sich zusammensetzen, gibt es ein solche Angebot für die Spielekritiker und -kritikerinnen nicht. Deswegen hat der Verein Spiel des Jahres bereits Anfang des Jahres begonnen, das Konzept für einen „Tag der Brettspielkritik“ zu entwickeln und Personen anzusprechen, die für Diskussionen, Arbeitsgruppen, Workshops und Inputs in Frage kommen. mehr »

Spielend für Toleranz: vor Ort im ganzen Land

Spielend für ToleranzDer Spiel des Jahres e.V. unterstützt in den nächsten Monaten dezentrale „Spielend für Toleranz“-Veranstaltungen. Der Verein hat alle Spielejournalistinnen und -journalisten sowie Bloggerinnen und Blogger angeschrieben, die sich in ihren Publikationen zu der Initiative gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bekennen. Sie bekommen für einen Spieleevent ein Servicepaket, das neben einem Banner, mehreren Buttons, Siegpunktblöcken und Plakaten auch Spiele enthält. Von Azul, dem Spiel des Jahres, bis hin zu Brett- und Kartenspielen, die ohne große Worte auskommen und ohne tiefere Deutschkenntnisse spielbar sind, sind 15 ausgewählte Titel in dem Paket enthalten. » Spiel des Jahres

Eine Premiere: Dialog zwischen Spiel und Politik


Auf den Internationalen Spieltagen in der Messe Essen fand erstmals ein Dialog zwischen dem Brettspiel und der Politik statt, den die Spiele-Autoren-Zunft (SAZ) jetzt in einem Video zusammengefasst hat. Eingeladen zu der von mir moderierten Debatte waren die Kulturpolitiker Bernd Petelkau (CDU-MdL), Helge Lindh (SPD-MdB) und Erhard Grundl (Grüne-MdB). Im Gespräch mit dem Kunstwissenschaftler Steffen Bogen (Autor von Camel up), Christian Höppner (Präsident des Deutschen Kulturrats), Susanne Keuchel (Akademie Remscheid für kulturelle Bildung) sowie Heiko Windfelder (Kosmos Verlag) wurde nach Möglichkeiten gesucht, das Spiel verstärkt gesellschaftlich zu verankern. mehr »

Spiel ’18: Zeichen für wachsendes Selbstbewusstsein

Spiel ’18

Die Entwicklung der Essener Spieltage fasziniert weiterhin. Begonnen hatte es als spielbox-Lesertreff in der VHS Essen – heute strömen weit mehr als 100.000 Menschen in die noch mal erweiterten Messehallen. Die Spiel ist die bedeutendste Brettspielveranstaltung der Welt und blickt auf eine Internationalisierung zurück, deren Ausmaße man sich vor einigen Jahren nicht hätte vorstellen können. Die Internationalisierung schreitet immer noch voran – und das passte zu dem Motto, das die deutschsprachige Spieleszene in diesen Messetagen beherrscht hat: „Spielend für Toleranz“. Diese Initiative gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit war auf T-Shirts, Bannern, Buttons und Plakaten zu sehen. Nicht nur die übergroße Mehrheit der Spieleberichterstatterinnen und -berichterstatter hat sich ihr angeschlossen, sondern auch die in der Spiele-Autoren-Zunft (SAZ) zusammengeschlossenen Autorinnen und Autoren sowie ein paar Verlage. „Das Spiel ist das Medium der Empathie“, stellte Synes Ernst, ehemaliger Vorsitzender des Spiel des Jahres e.V. fest. Und Martin Klein, stellvertretender Vereinsvorsitzender, erklärte auf einem Empfang am Rande der Spieltage, dass sich der Verein Spiel des Jahres für ein „offenes, faires, gleichberechtigtes und respektvolles Miteinander und gegen jede Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ ausspricht. mehr »

Azul: erster Doppelsieg seit 2009

Kiesling

Michael Kiesling hat nach dem Spiel des Jahres nun auch den Deutschen Spiele Preis gewonnen. „Für mich ist das die Krönung“, sagte er auf der Verleihungsgala am Vorabend der Essener Spieltage. Er habe gezweifelt, ob er noch jemals solch eine Auszeichnung gewinnen werde, so Kiesling, „schon gar nicht den Deutschen Spiele Preis“. Erstmals seit Dominion 2009 hat mit Azul ein Spiel beide Preise gewonnen. mehr »

Essener Spieltage 2018: Knotenpunkt Altenessen Bahnhof

Messe Essen

Während der Internationalen Spieltage Spiel ’18 ist der Essener Hauptbahnhof komplett vom ICE- und IC-Fernverkehr abgeschnitten. Grund ist die bereits im Januar bekannt gewordene Vollsperrung der Bahnstrecke zwischen Duisburg und Essen während der NRW-Oster- und Herbstferien. Brückenbauarbeiten in Mülheim sowie die Erneuerung von Signalen, Oberleitungen und Gleisen sind die Ursache. mehr »

Geo: Warum spielen so wichtig ist für uns

Geo: Spielt mehr!„Einige Menschen verbringen mit einem Brettspiel namens Eclipse einen halben Tag und bilden sich ein, sie eroberten den Weltraum“, wundert sich das Magazin Geo. „Da drängt sich der Gedanke auf, sie vergeudeten beim Spiel ihre Zeit, Tat- und Geisteskraft. Aber wenn Spielen wirklich so überflüssig wäre, hätte die Evolution den Spieltrieb längst ausgemerzt.“

In seiner 16-seitigen Titelgeschichte „Das spielerische Leben“ schreibt die Zeitschrift über „die neue Lust am Brettspiel“ und versucht, das auch wissenschaftlich zu ergründen. Sie bedient sich dabei bei Neurowissenschaftlern, Psychologen, Soziologen und sogar Veterinärmedizinern, die Ratten beim Spielen beobachten. Wirklich erkenntnisreich ist das nicht. Und so muss Geo-Reporterin Diana Laarz zugeben: „Am Ende ist die Antwort auf die Frage, warum Menschen spielen, gar nicht mehr so wichtig. Wir spielen allein um des Spielens willen“, lautet die Schlussfolgerung eines Artikels, der mit aufwändigen Montagen von Spielern und deren Spielen illustriert ist. Egizia, Die Villen des Wahnsinns, Krosmaster, Scythe, Agra und Dominion stehen dabei für typische Spielelemente wie Ressourcenverwaltung und Arbeiter-Einsetzen. mehr »

Gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Spielend für Toleranz – gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Spielen bedeutet Miteinander, Gleichheit und Fairness. Deswegen haben sich eine Reihe von Spiele-Blogs sowie Spielejournalistinnen und -journalisten zusammengetan, um ein gemeinsames Zeichen gegen rechte Hetze, gegen Ausgrenzung, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit zu setzen. Wir müssen unsere offene Gesellschaft und die europäischen Werte gegen diejenigen verteidigen, die in den sozialen Medien Hassbotschaften verbreiten, Desinformation mit Fake News betreiben und die Meinungs- und Pressefreiheit beschneiden wollen. Dem stellen wir uns entgegen. Denn die Spiele-Szene steht für Toleranz und Respekt gegenüber jedermann, ganz egal welcher Herkunft, welchen Geschlechts, welcher sexuellen Identität oder religiösen Überzeugung er oder sie ist.

» rezensionen-fuer-millionen.de: Spielend für Toleranz

Ist das Spiel des Jahres der Oscar für Brettspiele?

Warsch und KieslingIst das vom Spiel des Jahres e.V. ausgezeichnete Spiel das beste Spiel eines Jahrgangs? Oder ist das beste Brettspiel das Spiel, das am meisten Kilogramm auf den Tisch bringt, die längste Spieldauer, das wertigste Material und das dickste Regelheft? Wenn man Quantität nicht mit Qualität verwechselt, ist die Antwort klar. Sie ist allerdings subjektiv. Dann Spielekritikerinnen und -kritiker fällen kein objektiv unfehlbares Urteil. » Spiel des Jahres

25 Jahre · Rheingold

Rheingold

Über kaum ein Spiel habe ich mich mehr geärgert als über Rheingold. Wobei das Spiel eher unschuldig ist. Es waren die Mitspieler, genau genommen ein Mitspieler. Stefan hieß er. Er machte mir die Rheingold-Partien regelmäßig kaputt. Statt gewinnen zu wollen, ist er einfach nur brandschatzend durch die Gegend gelaufen. Er hat jeden Ritter platt gemacht, der irgendwie erreichbar war. Das Ziel, selbst möglich viele wertvolle Burgen zu kontrollieren, war ihm egal. Er hat sich auch so köstlich amüsiert. mehr »