Autor: Harald Schrapers

Knifflige Entscheidung bei Fitzek: Sanduhr oder Handy?

Sanduhr oder Smartphone? Vor dieser Entscheidung stehen die Spielerinnen und Spieler, wenn sie Sebastian Fitzek – Safehouse spielen möchten. Ich selbst sehe das pragmatisch. Andere hingegen diskutieren diese Frage grundsätzlich, schließlich sprechen wir oft nicht mehr vom Brett- oder Gesellschaftsspiel, sondern sagen „analoges Spiel“. Also geht es darum, sich von der digitalen Welt abzugrenzen. Eine Sanduhr, dieses Jahrhunderte alte Zeitmessgerät, wäre da ein klares Statement.

Mir haben Sanduhren im Spiel eigentlich noch nie gut gefallen. Richtig funktionieren sie nur dann, wenn ein Spieler die Uhr bewacht und den Zeitablauf ansagt. Wenn aber alle gleichzeitig spielen, verpasst man fast immer das Ende, weil keiner ständig darauf achten kann.

Bei Safehouse ist das besonders fatal. Weil die Sanduhr in einer Partie, die maximal 30 Minuten dauert, nämlich bis zu 14 Mal umgedreht werden muss. Alle zwei Minuten rückt in diesem kooperativen Thriller der bedrohliche Verfolger einen Schritt weiter, und die Gefahr droht, dass er uns einholt. mehr »

Spiele verändern das Image unseres Landes zum Besseren

Jüngst haben es die Brettspiele in den Spiegel geschafft. Denn in unserem Land sind die Umsatzzahlen der Branche, die lange Zeit bei etwa 400 Millionen Euro pro Jahr lagen, auf zuletzt 500 Millionen angestiegen. „80 Prozent der Deutschen spielen unverdrossen weiter ihre analogen Karten- und Würfelspiele“, erfuhr manch erstaunter Nachrichtenmagazin-Leser. Zudem ist der Exportmarkt ist für den Umsatzanstieg mitverantwortlich. „In den USA ist Deutschland auch das Land der klugen Würfler: Anspruchsvolle Gesellschaftsspiele sind dort bekannt als ,German Games‘“, betont der Spiegel. Und ergänzt noch diesen schönen Satz: „Sie verändern das Image unseres Landes zum Besseren.“ mehr »

Nur noch 10 Tage warten: dann eröffnet die Spiel ’17

„Die Leute rufen an und erzählen vom Bauernskat“, erreichte mich vor einem Jahr die empörte Whatsapp-Nachricht einer Freundin aus meiner Spielegruppe. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hatte sich entschieden, bei der abendlichen Call-in-Sendung über Spiele zu sprechen. Eine lobenswerte Idee, denn schon am Morgen hatte das Thema „Spiel“ das Hörfunkprogramm beherrscht. Gemeint war die „Spiel“ in der Essener Messe, und zwar in den Verkehrsnachrichten, wo die Staus in Richtung Essen-Rüttenscheid Rekordlängen wie noch nie erreichten. Damit war auch dem letzten Radioredakteur klar: Brettspiele sind kein Minderheitenphänomen.

Aber: Ein Mehrheitenphänomen sind die auf den Essener Spieltagen vorgestellten Titel eben auch nicht. Schlimmer als der Bauernskat-Anrufer war nämlich die Abmoderation besagter Sendung. „Und am besten sind immer noch die Klassiker.“ Inzwischen hatte ich das Radio auch angeschaltet, und kam gerade rechtzeitig, um kräftig in die Tischkante zu beißen. Der WDR-Journalist meinte nämlich Skat, Kniffel, Monopoly und wer weiß was. Jedenfalls nichts, was auch nur einen Autofahrer bewegen würde, sich an einem Oktoberdonnerstag in den Stau auf der A 52 zu stellen, um die Essener Messe anzusteuern. Synes Ernst, Mitglied des Spiel des Jahres e.V., und Robin de Cleur, Pressesprecher des Essener Verlagshauses Asmodee, hatten als Studiogäste vergeblich argumentiert. mehr »