Autor: Harald Schrapers

25 Jahre · Rheingold

Rheingold

Über kaum ein Spiel habe ich mich mehr geärgert als über Rheingold. Wobei das Spiel eher unschuldig ist. Es waren die Mitspieler, genau genommen ein Mitspieler. Stefan hieß er. Er machte mir die Rheingold-Partien regelmäßig kaputt. Statt gewinnen zu wollen, ist er einfach nur brandschatzend durch die Gegend gelaufen. Er hat jeden Ritter platt gemacht, der irgendwie erreichbar war. Das Ziel, selbst möglich viele wertvolle Burgen zu kontrollieren, war ihm egal. Er hat sich auch so köstlich amüsiert. mehr »

Keine Flucht nach Sagaland: der Tagesspiegel spielt nicht mit

Tagesspiegel-Redakteurin Katja Demirci möchte nichts spielen. 56 Prozent der jungen Erwachsenen in Deutschland spielen Gesellschafts- und Kartenspiele und sechs bis zehn Spiele gebe es in jedem Haushalt, wundert sie sich. „Leute, was ist los mit euch?“, ruft sie. Was ist los mit dem Tagesspiegel?, frage ich mich an der Stelle. Dass Dermirci nicht mitspielen möchte, sei dahingestellt. An meinem Tisch darf eh nur mitmachen, wer Spaß daran hat. Wenn jemand mitspielen würde, weil er oder sie anderen einen Gefallen tun möchte, ist das Murks. Aber was sagt uns es, dass es dieses Thema in die Samstagsausgabe dieser renommierten Berliner Tageszeitung schafft? mehr »

Krasse Kacke: Sommerhit oder ästhetische Zumutung?

Krasse Kacke ist der erste wirkliche Sommerhit in der Geschichte des modernen Gesellschaftsspiels. Während man die diesjährigen Hitzewochen gemeinhin mit dem Hugel-Remix des Partisanenlieds Bella Ciao in Verbindung bringt, werden Spiele-Liebhaber sich beim Sommer 2018 an Krasse Kacke erinnern. Dieses soeben erschienene Kartenspiel kommt überall auf den Tisch, es ist schnell, lustig und windbeständig. Denn die Spielkarten sind aus dicker Pappe, denen macht eine der wenigen erfrischenden Böen selten etwas aus. mehr »

25 Jahre · Acquire

Acquire

25 Jahre? Nein, 50 Jahre! Denn eigentlich feiert Acquire in diesem Jahr ein mehr als beeindruckendes Jubiläum: 1968 ist es erstmals auf Deutsch erschienen. Ich hatte das Spiel hingegen erst 1993 kennengelernt – und wir waren begeistert. Die bei Schmidt erschienene Acquire-Neuauflage wurde mit einem verdienten 5. Platz beim Deutschen Spiele Preis 1993 ausgezeichnet. mehr »

Interview: Spielen ist kein Kinderkram

AzulInterview und ein Partie Azul in der Duisburger Redaktion der Westdeutschen Allgemeinen (WAZ): „Täuscht der Eindruck oder haben Spiele in den vergangenen Jahren eine Renaissance erlebt?“ Tatsächlich sind Brettspiele längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Bei uns gilt Spielen nicht als Kinderkram, sondern als intelligente Unterhaltung gerade auch für Erwachsene und Familien. » WAZ

Der Deutsche Spiele Preis hört ein Klong

Ich mag Listen, Top Tens und Preisverleihungen. Nicht alle sind wirklich bedeutend, aber es macht Freude, sie zu lesen. Entspricht die Auszeichnung meiner Meinung, verwundert mich das Ergebnis oder gibt es mir interessante Anregungen?

1995 durfte ich erstmals über den Deutschen Spiele Preis (DSP) mit abstimmen. Damals war ich mächtig stolz. Denn gemeint war nicht die Leserabstimmung des Fachmagazins Pöppel Revue, sondern die exklusiv unter Spielejournalisten durchgeführte Umfrage. Die Publikumsmeinung trug nur 40 Prozent zum Gesamtergebnis bei. Je 20 Prozent bestimmten Journalisten, Händler und Spielekreise. Erst ab 2001 ist aus dem DSP ein Preis geworden, der komplett vom Fachpublikum bestimmt wird. Jeder, der sich für fachkundig hält, darf seine Stimme abgeben. Und jede Stimme ist exakt gleich viel wert. Das klang damals sehr gerecht. mehr »