Autor: Harald Schrapers

Kolonialismus im Brettspiel – museumsreif

In Duisburg

Das Brettspiel Mombasa, zu finden auf der Empfehlungsliste zum Kennerspiel des Jahres 2016, genießt zweifelhaften Ruhm: Es ist sowohl in der Dortmunder Zeche Zollern (mehr dazu in meinem Kommentar in der aktuellen spielbox) und jetzt auch im Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg ausgestellt. Es geht um „Kolonialismus daheim“ in der Zeche Zollern beziehungsweise um „Kolonialismus im Kinderzimmer“, wie der Ausstellungsteil in Duisburg heißt, in den das Expertenspiel Mombasa fälschlich einsortiert ist. mehr »

Ein Prozent Plus: Brettspielumsatz ohne Sammelkarten

Die Vermutung, das Wachstum am Brettspielmarkt werde in erster Linie von den Trading Card Games getrieben, bestätigt sich nicht. Das Marktforschungsinstitut Circana schreibt in einer Mitteilung, die anlässlich der gemeinsamen Jahrespressekonferenz mit Spielwarenindustrie und -handel herausgegeben wurde, dass das Sammelkartenspiel nach vielen Jahren der Steigerung einen Rückgang von minus vier Prozent zu verzeichnen habe. „Das liegt vor allem an Pokémon. Das mit Abstand größte Sammelkartenthema kann im bisherigen Jahresverlaufs nicht ganz den hohen Umsatz aus dem letzten Jahr erreichen.“ Immerhin hätten hier erfolgreiche Themen wie Match Attax von Topps oder Lorcana von Ravensburger für etwas Ausgleich gesorgt, ist auch im Branchenbrief International zu lesen. mehr »

Botanicus – empfehlenswertes Gartenspiel

Monstera und Pfennigbaum sind nicht-heimische Arten – für den eigenen Garten also ungeeignet. Die im Video gezeigten Pflanzen haben ihren Auftritt unbeschadet überstanden. Sie wurden umgetopft und genießen weiterhin ihr Dasein als Zimmerpflanzen.

„Ausverkauft“: Spiel Essen zieht erfolgreiche Bilanz

Spiel Essen

204.000 Besucherinnen und Besuchern waren in diesem Jahr in die Messehallen an der Gruga gekommen: Damit war die Spiel Essen erstmals in ihrer 41-jährigen Geschichte ausverkauft. Bereits drei Tage vor ihrer Eröffnung sind sämtliche Dauerkarten vergriffen. Später werden nach und nach auch die Tageskarten aus dem Verkauf genommen. Trotzdem werde die Rekordzahl von 2019, als die Internationalen Spieltage 209.000 Besucherinnen und Besucher verkündeten, nicht erreicht, sagt mir Robin de Cleur bereits am dritten Messetag in einer Zwischenbilanz. „Es sind nie mehr als 50.000 gleichzeitig da“, begründet dies der Pressesprecher der Spiel. „Wir lassen nicht mehr so viele auf die Fläche.“ Das hätten sie aus Sicherheitsgründen so entschieden. „Und wir wollen das Erlebnis angenehm halten“, so de Cleur.

Michael Kellner spielt

Besuch aus Berlin: Der Grünen-Abgeordnete und Wirtschaftsstaatssekretär Michael Kellner (zweiter von rechts) spielt bei Ravensburger die „Pop Culture“-Edition von That’s not a Hat. (Foto: Seemann/Ravensbg.)

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Deutscher Spiele Preis: Kosch gewinnt mit Mischwald

Kosch

Kosch siegt mit Mischwald beim Deutschen Spiele Preis 2024. Sein Kartenspiel konnte sich gegen Sky Team und Die weiße Burg bei dem seit 1990 vergebenen Award durchsetzen, der auf einer Fachpublikums-Abstimmung beruht.

„Es ist entstanden aus Liebe zur Natur“, sagte Kosch über Mischwald. Eine befreundete Biologin habe ihn dazu inspiriert. „Mir ist auch wahnsinnig wichtig, dass das Spiel nachhaltig produziert wurde“, betonte Kosch, als er am Vortag der Spiel Essen die Trophäe entgegennahm. „Wir wollten es richtig machen“, ergänzte Hanno Girke vom Lookout-Verlag. Das gelte nicht nur für die Herstellung des Spiels, sondern auch inhaltlich. Deshalb habe man bei der Entwicklung sogar forstwirtschaftlichen Sachverstand hinzugezogen, um den Bäumen keine falschen Fertigkeiten zuzuschreiben, erzählte Girke. mehr »

Jüdische und arabische Israelis: gemeinsamer Spieleabend

Bollwerk Moers

Pictures ist ein tolles Spiel, sagte die Studentin Hagar beim „Spielend für Toleranz“-Abend im Moerser Kulturzentrum Bollwerk. Der Verein Spiel des Jahres hatte zehn Israelis zu Spielen, Essen und Getränken eingeladen, um erneut ein Zeichen für Zusammenhalt sowie gegen Antisemitismus und Rassismus zu setzen. mehr »

Jubel und nachdenkliche Momente in der nhow Music Hall

Die Siegerspiele 2024

E-Mission ist das Kennerspiel des Jahres: Hier bekämpfen wir als Weltmächte die Klimakatastrophe. Das fühlt sich, was für ein analoges Spiel eine große Leistung ist, in wichtigen Punkten so realistisch an, dass man gar nicht mehr von „Spielspaß“ reden mag. Denn die stetig steigende Temperatur und die viel zu vielen Emissionen trüben die Stimmung. Es ist der faszinierende „Spielreiz“, der E-Mission auszeichnet.

» dpa: Sky Team ist Spiel des Jahres 2024
» Deutschlandradio Kultur: Spiel des Jahres – and the winner is …
» ARD Hörfunk: Sky Team als Spiel des Jahres ausgezeichnet

Schrapers, Feller

Lisa Feller öffnet den roten Umschlag: Sky Team ist das Spiel des Jahres 2024.

Sky Team bietet das programmatische Gegenprogramm. Hier dürfen wir im Cockpit eines Flugzeugs mithelfen, dass Klima zu ruinieren – und zwar komplett ohne schlechtes Gewissen. Das ist das Schöne am Brettspiel: Wir können uns nicht nur über die weiche Landung freuen, sondern auch darüber, dass wir diese ohne klimaschädigende und lärmende Emissionen geschafft haben. mehr »