Radioshow: Was ein gutes Gesellschaftsspiel ausmacht

Etwa 330 Titel hatte die Jury für das Spiel und das Kennerspiel des Jahres vorliegen, habe ich in „Koschwitz zum Wochenende“ gesagt. Bei der Bewertung der Spiele gibt es keinen Kriterienkatalog, auch weil sehr unterschiedliche Spiele ausgezeichnet werden.

Dorfromantik: digital 115.000 Euro, analog ein Holzpöppel

Jubelnde Sieger

Erst gewinnt das digitale Dorfromantik beim Deutschen Computerspielpreis (DCP), anschließend wird es als analoge Umsetzung Spiel des Jahres: Da sei etwas ganz Besonderes geschehen. Diesen Eindruck könnte man gewinnen, wenn man die diesjährige Preisverleihung zum Spiel des Jahres und insbesondere die anschließende Berichterstattung verfolgt hat. Aber der Eindruck kann trügen. Für die Bewertung der spielerischen Qualität des Dorfromantik-Brettspiels ist dessen digitale Herkunft komplett irrelevant. Und sogar irreführend, wenn man nicht weiß, dass die digitale Dorfromantik-Idee mit seinen Carcassonne-Anleihen aus der analogen Brettspielwelt stammt.

Außerdem gibt es zwischen dem DCP und dem Spiel des Jahres noch ganz andere Unterschiede. Während das analoge Spiel auf der Preisverleihungs-Bühne mit einem eher schlichten Pöppel aus Buche bedacht wurde, gewann dessen digitaler Verwandter beim DCP 2021 ein vom Steuerzahler und der Computerspielindustrie finanziertes Preisgeld in Höhe von 115.000 Euro. Obwohl Dorfromantik damals gar nicht den Hauptpreis bekam, sondern in zwei der 14 weiteren Kategorien gewann, summierte es sich: 60.000 Euro gab es für den Sieg in der Kategorie „Bestes Debüt“, 35.000 Euro für den Sieg bei „Bestes Gamedesign“, plus 20.000 Euro für die Nominierung in der Kategorie „Bestes Familienspiel“. mehr »

Nürnberg: Spielen auf dem Evangelischen Kirchentag

Der Evangelische Kirchentag gilt als das größte zivilgesellschaftliche Begegnungsevent Deutschlands, 70.000 Teilnehmende wurden in diesem Jahr gezählt. Erstmals gab es im umfangreichen Programm auch ein „Zentrum Spiel“ – denn das konnte man sich in der Spielestadt Nürnberg nicht entgehen lassen. mehr »

Podcast: Gut reicht nicht, herausragend muss es sein

Die Jury Spiel des Jahres interessiert sich nur für die fünf Prozent Besten eines Jahrgangs, habe ich im Boardcast gesagt, dem Brettspiel-Podcast von Frederik Malsy. Denn es reicht nicht aus, dass ein Spiel gut ist. Es muss herausragend sein.

Spiel des Jahres 2023: Antworten bei Hunter & friends

Mit Johannes „Hunter“ Jäger habe ich mich über die Besonderheit des Sonderpreises, die gemeinsame Preisverleihung, hybride Spiele und dem Anspruchsniveau bei den Kennerspielen unterhalten. Welches der nominierten Spiele wird am Ende gewinnen? Ich weiß es nicht, denn die Jury wird erst unmittelbar vor der Preisverleihung darüber abstimmen.

Die Bilanz des Spielejahrgangs 2023

Ist es ein guter oder ein schlechter Jahrgang? Schwer zu beantworten: Vermutlich ist es ein ganz normaler Jahrgang.
Schlewinski, SchrapersIn manchen Bereichen gibt es vergleichsweise überdurchschnittlich gute Titel, in anderen Bereichen ist das diesjährige Angebot eher durchschnittlich. Doch herausragende Titel gibt es genug. Die Jury für das Spiel und das Kennerspiel des Jahres hat sich – inklusive Sonderpreis – für 16 Spiele entschieden, die bemerkenswert sind: zehnmal „Rot“, sechsmal „Anthrazit“. Diese habe ich gemeinsam mit dem Chef der Kinderspieljury, Christoph Schlewinski, im Frankfurter Spielecafé Playce präsentiert. mehr »

Catan im Kibbuz: Brettspiele in Israel

Spieleregal

Wie wird in Israel gespielt, welche Brettspiele kommen dort auf den Tisch? Meine Recherche, die ich im Auftrag des Magazins Spiel doch! durchgeführt habe, begann in Degania, dem ältesten Kibbuz des Landes. Eine befreundete Familie hatte zum Spieleabend eingeladen, und alle die gekommen waren – auch ich – hatten Spiele mitgebracht. Ein Blick in das gut gefüllte Regal der im Kibbuz lebenden Familie Elroy zeigte: Hier gibt es viele Brettspiele. Denn von Catan bis Exploding Kittens sind viele bekannte Titel auch in hebräischer Sprache erschienen. Die originär israelischen Spiele, die zum Spieleabend mitgebracht wurden, sind alle von Haim Shafir. Den habe ich in seinem Studio in Tel Aviv besucht. Shafir ist bei uns durch seine bei Amigo erschienene Titel bekannt geworden, darunter Halli Galli, Cocotaki und Speed Cups. mehr »

Ein Star, kein Superstar: Klaus Teuber

Catan

Die Brettspielszene kennt keine Superstars. Denn das Spielen ist ein Kulturgut, das nicht von einer Bühne herab stattfindet. Wenn es schon keine Superstars gibt, dann vielleicht einen Star: Klaus Teuber. Er war eine Persönlichkeit, wie man sie sich für das Brettspiel nicht besser vorstellen konnte: unprätentiös und zurückhaltend. Denn der Superstar, und das wusste er, war das Spiel: Die Siedler von Catan. Er hat es erdacht, weiterentwickelt und dafür gekämpft, einen Verlag zu finden, der es zu den Menschen zu bringt. Denn das Kulturgut Spiel funktioniert nur dann, wenn das Publikum selbst am Tisch sitzt, und Getreide gegen Wolle und Lehm gegen Holz tauscht. mehr »

Welche Bedeutung hat die Nürnberger Spielwarenmesse?

Nach drei Jahren pandemiebedingter Pause fand die Nürnberger Spielwarenmesse in diesem Jahr wieder statt. Entstanden ist dieser internationale Handelsplatz in einer Zeit, in der Verträge noch per Handschlag besiegelt wurden. Welche Bedeutung hat diese Messe heute? Dieser Frage gehe ich in einem Artikel nach, der in der soeben erscheinenden spielbox zu lesen ist. mehr »

Elektronische Intelligenz im Gesellschaftsspiel

Brettspielpodcast Episode 19

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